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| Forschungsinstitut für Instrumental-
und Gesangspädagogik e.V. |
Im Jahre 1993 gründete Prof. Gerhard Mantel zusammen
mit Frau Prof. Sibylle Cada das Forschungsinstitut für
Instrumental- und Gesangspädagogik. Es wurden bisher
mehrere aufsehenerregende Kongresse durchgeführt. Der
Schott-Verlag hat für den 1. Kongress ("Ungenutzte
Potentiale") sowie für den 2. Kongress ("Querverbindungen")
Dokumentationen veröffentlicht. Die Dokumentation des
3. Kongresses ("Wechselwirkungen") erscheint in
Kürze. Weitere Kongresse sind geplant.
Zum Forschungsinstitut für Instrumental- und
Gesangspädagogik
Wissenschaftliche Grundlagen-Forschung im Bereich
der Instrumentalausbildung versteht sich als notwendige Ergänzung
zur berufsorientierten Ausbildung junger Musiker und strebt
eine Vertiefung praktizierter und die Entwicklung neuer Lehr-
und Lernprinzipien an. Die instrumentalmethodische Forschung
muss sich am neusten Stand verfügbaren Wissens orientieren.
Dabei gilt es, einige Defizite aufzuarbeiten, deren Wurzeln
zum Teil in tradiertem instrumentalpädagogischen Denken
liegen. Die Tradition des "Meister-Gesellen-Verhältnisses"
in ihrer Ausprägung als fast ausschliesslicher Einzelunterweisung
birgt in Verbindung mit dem aus dem 19. Jahrhundert überkommenen
"Genie"-Begriff die Gefahr der Verengung des pädagogischen
Blickfeldes. Die Ausnutzung vorhandener übergreifender
Lern-Ressourcen wird dadurch häufig eingeschränkt.
Ein interdisziplinär arbeitendes Institut hingegen kann
zu methodischen Resultaten kommen, die der einzelne Instrumentallehrer
allein nicht erbringen kann. Der in der Instrumentalpädagogik
allgegenwärtige, aber letztlich verschwommene Begriff
der "Begabung" bewirkt, dass viele Möglichkeiten
vernetzter künstlerischer Lernprozesse ungenutzt bleiben
und ein wissenschaftlich orientiertes Denken auch da auf prinzipielle
Skepsis stösst, wo es solche Lernprozesse ganz wesentlich
fördern könnte. Wissenschaftliches Denken, wohl
verstanden, impliziert aber z.B.:
- Interpersonelle und interdisziplinäre Kommunikation
- Klare Begriffsbildung
- Aufstellung neuer Arbeitshypothesen
- Nachprüfbarkeit und Erfolgskontrolle von Methoden
- Ausnutzung moderner technischer Möglichkeiten
Instrumental- und gesangspädagogische Forschung
und öffentliches Interesse
Untersuchungen im In- und Ausland haben ergeben,
dass ca. 70% der Berufsmusiker an Spielschäden leiden.
Dies stellt einen durchaus substantiellen wirtschaftlichen
Schaden dar. Die Öffentlichkeit muss daher an einem Institut
interessiert sein, das durch instrumentspezifische pädagogische
Forschung einen Beitrag zur gesundheitlichen Prophylaxe für
eine ganze Berufsgruppe leisten kann.
Zur Arbeitsweise des Instituts
Das im Aufbau begriffene Institut arbeitet interdiziplinär
und übernational. Relevante Disziplinen sind:
- Medizin u.a. Physiologie
- Neurologie
- Arbeitsmedizin
- Anatomie
- Orthopädie
- Psychologie
- u.a. Lernpsychologie
- Wahrnehmungspsychologie
- Entwicklungspsychologie
- Motivationspsychologie
- Kommunikationspsychologie Sportpsychologie, z.B.im Bereich
"Mentales Training"
- Physik u.a. Akustik, Instrumentenspezifische Physik
- Flankierende sensibilisierende Kommunikations- und Körper-Techniken,
z.B. Feldenkrais, Atemtechnik, Yoga, Alexandertechnik etc.
Arbeits- und Forschungsfelder des Instituts
- Konkrete interdisziplinäre Forschungsvorhaben zu
präzisen Fragestellungen im Bereich der Instrumental-
Pädagogik und des Instrumentalspiels
- Daraus resultierende handhabbare Praxis-Empfehlungen
- Bereitstellung von Forschungsergebnissen als Beitrag
der Instrumentalpädagogik zu Diagnose und Therapie
in der Musikermedizin
- Internationale Kongresse zu ausgewählten Themen
- Veröffentlichungen
- Einrichtung eines Dokumentationszentrums mit Hilfe aktueller
Datenverarbeitung
- Bewegungsanthologie im Internet (im Zusammenhang mit
Josef Hofer, Liechtenstein
- Unterrichts-Literatur-Verzeichnis im Internet (rugeri.com)
für den Cello-Unterricht bis zur oberen Mittelstufe
(ca. 4500 Titel), weitere Projekte dieser Art in Vorbereitung
für andere Instrumente
- Seminare und Weiterbildungsveranstaltungen
- Beratung
- Bereitstellung von Material und Einrichtungen für
wissenschaftliche Arbeiten
Zielgruppen
- Hochschulen, Konservatorien und Musikschulen
- Berufsmusiker
- Musikpädagogen
- Laienmusiker
- Mediziner
- Fachorganisationen
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